Der vorangegangene Blogbeitrag war bis K gekommen, hier geht es nun von L bis Z weiter, um Begriffe aus der Welt des Marketings auch mit diesen Anfangsbuchstaben als Stichwortgeber zu nutzen. Daraus ergeben sich Blicke auf das Ideenmanagement aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Das kann dazu beitragen, bewährte Maßnahmen noch zielgerichteter und effizienter aufeinander abzustimmen, oder auch die eine oder andere neue Anregung geben.
Loyalty Marketing
Loyalty Marketing zielt auf Kundenbindung und Markentreue. Oft werden dafür spezielle Treueprogramme angeboten, die Treue mit Rabatten, exklusiven Angeboten oder über Punktesysteme belohnen.
Beispiele im Ideenmanagement sind:
- Prämienshops, in denen manche attraktive Artikel erst erhältlich sind, wenn dafür genügend Punkte oder Prämien angesammelt wurden
- Vergabe von Wertpunkten je nach Höhe des ermittelten Nutzens, die pro Team angesammelt werden und für gemeinsame Team-Events verwendet werden können (siehe Praxisbeispiel der Ottobock SE & Co KGaA im Blogbeitrag „Gamification im Ideenmanagement“).
- Staffelprämien für umgesetzte Mini-Ideen (z.B. ein Punkt pro Mini-Idee, erst ab drei Punkten ergibt sich der Wert der Minimalprämie)
- Sachprämien, die als Serie gestaltet sind: um die vollständige Serie zu erhalten, muss man entsprechend viele umgesetzte Ideen vorgeschlagen haben, zusätzlich kann es dann noch eine spezielle, die Serie „krönende“ Zugabe geben (siehe das Praxisbeispiel von CLAAS Selbstfahrende Erntemaschinen GmbH im Blogbeitrag „Kampagnen, Wettbewerbe und andere Sonderaktionen“)
- Zusatzprämien für die fünfte oder zehnte umgesetzte Idee eines Jahres (oder in Hunderten-Schritten ab Eintritt in das Unternehmen, siehe das Beispiel von Muhr und Bender KG)
- Zuweisung verschiedener Statuslevel je nach Engagement im Ideenmanagement, die im Profil der Nutzer auf der Ideenplattform angezeigt werden, um auf spielerische Art einen Treue-Anreiz zu geben (siehe Praxisbeispiel der Viessmann Group im Blogbeitrag „Gamification im Ideenmanagement“).
- Persönliche Weihnachtskarte an alle Einreicher eines Jahres mit dem Ausdruck von Dank für das Engagement im vergangenen und von „Hoffnung auf Wiedersehen“ im nächsten Jahr
- Zugehörigkeit zu einem „Club der Denker“ (oder Ähnlichem)
Während außer Frage steht, dass sich das Ideenmanagement um „Kundentreue“ bei allen Zielgruppen bemühen sollte, ist der Nutzen einer gesonderten Förderung von „Vielfach-Einreichern“ fraglich (siehe Blogbeitrag „Gruppenvorschläge und Mehrfacheinreicher“).
Markenidentität und -bekanntheit
Die „Marke“ kam bereits als Eigenschaft eines „Produkts“ im Blogbeitrag „Marketing für das Ideenmanagement 1: Markt und Produkt“ zur Sprache: Bei der Etablierung einer Marke geht es darum, eine wiedererkennbare und unverwechselbare Markenidentität zu entwickeln, die zum Ausdruck bringt, wofür die Marke stehen soll, und ein Markenimage aufzubauen, das bei Kunden positive Assoziationen auslöst.
Wie das für ein Ideenmanagement konkret gelingen kann, lesen Sie im Blogbeitrag „Markenidentität des Ideenmanagements“. Die dort genannten Merkmale einer Marke, wie eigenes „Corporate Design“, Name, Logo, Key Visual usw. zählen zu den im „Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2025“ berücksichtigten Marketingelementen.
Für den Erfolg des Ideenmanagements ist seine Bekanntheit eine wichtige Voraussetzung. Ich bin immer wieder erstaunt, dass Gesprächspartner aus Personalabteilungen oder dem Qualitätsmanagement gar nicht wissen, dass es in ihrem Unternehmen ein Ideenmanagement gibt oder unter welchem Namen es läuft. In den in vielen Unternehmen regelmäßig durchgeführten Mitarbeiterbefragungen sollte daher immer auch eine Frage nach der Bekanntheit und Bewertung des Ideenmanagements aufgenommen werden. Die Bekanntheit des Ideenmanagements bei Mitarbeitern (als potentiellen Einreichern) ist übrigens einer von neun qualitativen Parametern, die im „Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2025“ untersucht werden.
Multi Channel, Cross Media und Omni Channel Marketing
Multi-Channel Marketing bezeichnet nichts anders als die koordinierte Nutzung mehrerer verschiedener Kommunikationskanäle: persönliche Wege, analoge und digitale Medien. Das ermöglicht, verschiedene Mitarbeitertypen (z.B. Büro- versus Produktionsmitarbeiter) „zielgruppengerecht“ anzusprechen. Die Ansprache unterschiedlicher Sinne – etwa Video (z.B. Erklärfilme), Audio (z.B. Podcast-Interviews mit Ideengebern), haptische Elemente (z.B. Broschüren, Give-aways wie bedruckte Stifte) – trägt außerdem dazu bei, die Botschaft tiefer zu verankern.
Es ist klar, dass die vermittelten Botschaften und das Erscheinungsbild über alle Kanäle konsistent und einheitlich sein sollten, um Vertrauen und Wiedererkennungswert im Sinne der Markenidentität (siehe oben) zu stärken. Die gleichzeitige Nutzung zu vieler Kanäle für ein- und dieselbe Botschaft kann allerdings auch als „Lärm“ empfunden werden. Insofern empfiehlt sich, jedem Kanal eine klare Funktion zu geben, beispielsweise:
Digitale Kanäle:
- Ideenplattform: zentraler Hub für Einreichungen, Bewertung und Tracking
- E-Mail-Newsletter: regelmäßige Informationen und Updates über Highlights, Challenges oder Gewinner
- Collaboration Tools: schnelle Kommunikation, Diskussionen und informeller Austausch über neue Ideen
- Intranet, Unternehmens-App: Ankündigungen, Erfolgsgeschichten und Zugang zur Plattform
- Info-Screens, Monitore: kurze, visuelle Botschaften in Pausenräumen oder Fertigungshallen
Analoge, physische Kanäle:
- Führungskräfte: Motivatoren und Promotoren vor Ort
- Flyer, Plakate, Aufsteller: Sichtbarkeit an zentralen und frequentierten Orten
- Veranstaltungen, Events: Aufrufe zur Beteiligung, persönliche Auszeichnungen von Ideengebern
- Ideen-Boxen: Möglichkeiten für Einreichungen auf Papier
Für spezielle Anlässe (z.B. Kampagnen, Einführung einer neuen Ideenplattform, Relaunch des Ideenmanagements) bietet sich eine durchdachte zeitliche Abfolge verschiedener Kanäle an, z.B.:
- „Teaser-Phase“: Mysteriöse Botschaften (haptisch, analog, digital) wecken Neugier, ohne sofort alles zu verraten
- „Reveal-Phase“: Die Kampagne startet offiziell. Ein Video-Statement der Geschäftsführung (Intranet) erklärt das Ziel, während Flyer (Print) die Details liefern
- „Aktivierungs-Phase“: Ein interaktives Gewinnspiel (Gamification) oder eine Ideen-Challenge (Intranet) motivieren zur Teilnahme
- „Recognition-Phase“: Auf einem Event werden die Ergebnisse gefeiert und besonders gute Ideen gewürdigt
Cross Media Marketing setzt dann darauf, verschiedene Kanäle und Medien gezielt miteinander zu verknüpfen, um Übergänge von einem auf andere zu ermöglichen oder zu stimulieren, Barrieren abzubauen und Synergien zu nutzen.
Im Ideenmanagement geschieht dies beispielsweise, wenn …
- … auf Plakaten oder Flyern, die vor Ort Aufmerksamkeit wecken, ein QR-Code zur digitalen Ideeneingabe führt
- … in E-Mails oder Informationsseiten im Intranet ein Link zur digitalen Ideeneingabe führt
- … auf Events und Veranstaltungen persönlich Flyer oder Broschüren verteilt werden
Omni Channel Marketing zielt schließlich darauf, alle Maßnahmen, Kommunikations- und Distributionswege so miteinander zu verzahnen, dass Adressaten und Nutzer im Verlauf ihrer Customer Journey (siehe vorigen Blogbeitrag) ein durchgängiges, nahtloses und konsistentes Erlebnis haben.
Im Ideenmanagement kann dies etwa beinhalten, dass …
- … ein Einreicher eine Idee am Desktop im Ideenportal beginnt, unterwegs ein Foto via App ergänzt, die Idee in einem Kollaborations-Tool zur Diskussion stellt, die Einreichung über das Ideenportal oder die App abschließt und den Status über einen Chatbot abfragt
- … Einreicher (und andere „Stakeholder“ des Ideenmanagements) personalisiert angesprochen werden, indem sie basierend auf ihrem Profil oder ihren bisherigen Beiträgen passgenaue Informationen, Impulse oder Kampagnen-Einladungen über ihren bevorzugten Kanal erhalten (z.B. Push-Nachricht in der Mitarbeiter-App oder E-Mail).
- … alle Interaktionen in einem zentralen System erfasst werden, so dass eine einheitliche Informationsbasis für alle Akteure zur Verfügung steht und der aktuelle Status einer Idee über jeden Kanal in Echtzeit einsehbar ist
Neuromarketing
Neuromarketing nutzt Erkenntnisse der Neurobiologie und der Kognitionswissenschaften, um das Verhalten von Verbrauchern besser zu verstehen und Marketingstrategien dementsprechend zu optimieren. Wenn etwa der Boden in der Lebensmittelabteilung wie das Pflaster eines Wochenmarkts gestaltet ist, dann soll dadurch die Assoziation einer entsprechenden Frische gefördert werden; analog bei Billig-Discountern die Darbietung von Waren auf Paletten die Assoziation niedrigster Preise. Solche Signale, ebenso wie Hintergrundmusik oder Düfte, werden oft unbewusst aufgenommen, beeinflussen aber das Gefühl am „Point of Purchase“ und damit auch die Kaufentscheidung.
Diese Erkenntnisse können auch für das Marketing des Ideenmanagements genutzt werden. Denn ein Formular auszufüllen, erzeugt und hinterlässt eine andere Erfahrung als etwas auf einem Bierdeckel zu notieren, ins Smartphone einzutippen oder mit Alexa zu sprechen – ganz zu schweigen vom Luxus, Kontakt mit einem realen lebendigen Menschen zu haben … Entsprechende Möglichkeiten hatte ich im Blogbeitrag „Neuromarketing für das Ideenmanagement“ skizziert.
Mehr zu „Neuro“-Themen im Ideenmanagement finden Sie in den Blogbeiträgen:
- Neuroideenmanagement 1 – das Gehirn als Wirklichkeitskonstrukteur
- Neuroideenmanagement 2 – das Gehirn als Sozialorgan
- Neuroideenmanagement 3 – das Gehirn als Lustsucher
- Neuroideenmanagement 4 – das Gehirn als Assoziationsmaschine
Personas
Personas sind detaillierte, fiktive Darstellungen von typisierten (potenziellen und bestehenden) Kunden. Im Gegensatz zu einer Zielgruppe, die mit eher allgemeinen und auf eine große Anzahl von Kunden zutreffenden Merkmalen beschrieben wird, repräsentiert eine Persona eine einzelne konkrete Person, die mit individuellen Eigenschaften ausgestattet wird. Neben soziodemografischen Merkmalen (wie Alter, Geschlecht, Familienstand, Ausbildung, Beruf, Einkommen) geht es dabei auch um kurze Aussagen zu ihrem lebensgeschichtlichen Hintergrund, ihren Vorlieben und Abneigungen, ihrem Charakter und ihren Verhaltensweisen, ihren Problemen und Herausforderungen, ihren Bedürfnissen, Wünschen und Zielen.
Mögliche Personas im Kontext Ideenmanagement wären etwa:
- Die „erfahrene Verbesserungsprofi“: langjährig im Unternehmen, kennt viele Abläufe, reicht technische Detailverbesserungen ein, sucht Anerkennung, ist skeptisch gegenüber neuen Tools
- Die „motivierte Nachwuchskraft“: Neu im Unternehmen, agil, technikaffin, sucht nach modernen digitalen Einreichungsmöglichkeiten, bringt frische Perspektiven, braucht aber Anleitung zur Umsetzbarkeit
- Die „zeitgeplagte Produktionsmitarbeiterin“: hat viele Ideen, aber wenig Zeit und Lust, komplexe Formulare auszufüllen. Braucht niederschwellige „Quick-Fix“-Einreichungen (z.B. Foto-Idee)
- Der „zurückhaltende Bedenkenträger“: hat gute Ideen, traut sich aber nicht, diese zu äußern. Benötigt direkte Ansprache und Bestärkung durch Vorgesetzte
Diese von einer KI vorgeschlagenen Typen dürften allerdings in der Realität kaum weiterhelfen. Ebenso wenig sollte man glauben, man wüsste bereits, wie die „Kunden“ ticken und was sie wollen, und könnte Personas auf dieser Basis erstellen. Damit Personas ihren Zweck erfüllen können – ein tieferes emotionales Verständnis der Kunden zu erhalten und so Marketingmaßnahmen besser anpassen zu können – sollten zunächst Daten gesammelt (z.B. in Interviews, Umfragen oder Beobachtungen von Mitarbeitern), Muster im Hinblick auf gemeinsame Motivationen, Hindernisse und Ziele identifiziert, und erst dann die entsprechenden Personas mit prototypischen Profilen ausarbeitet werden. Auch ist weniger oft mehr: sowohl in Bezug auf den Detaillierungsgrad der Beschreibung (hier sollte der Fokus auf Merkmale gelegt werden, die für das Kaufverhalten im Hinblick auf das jeweilige Produkt relevant sind), als auch auf die Anzahl der zu erstellenden Personas.
Public Relations
Public Relations (Öffentlichkeitsarbeit) zielt vor allem darauf, das Image in der Öffentlichkeit zu fördern.
Für das Ideenmanagement bedeutet das, sich in der Kommunikation gegenüber der internen „Unternehmens-Öffentlichkeit“ vor allem von den guten Seiten zu zeigen, aber auch um Verständnis für etwaige Schwachstellen (z.B. lange Bearbeitungszeiten) zu werben. Hierfür kommen fast alle in dieser Sammlung genannten Methoden und Medien in Frage.
Storytelling
Storytelling ist eine Methode, Geschichten zu verwenden, um eine emotionale Verbindung zwischen einem Unternehmen oder einer Marke und der Zielgruppe herzustellen.
Das Ideenmanagement hat viele spannende Geschichten zu erzählen, beispielsweise:
- Berichte über positive Wirkungen der Gesamtheit an Ideen eines bestimmten Zeitraums
- Erfolgsstories mit detaillierten Darstellungen, wie eine Idee umgesetzt wurde und welchen Nutzen sie gebracht hat (z.B. Idee des Monats, des Quartals)
- Inspirierende Beschreibungen des Hintergrunds und Entstehungswegs besonders origineller Ideen (z.B. als Interview mit dem Einreicher)
- Berichte über Ideen, die zunächst scheiterten, dann aber wiederauferstanden und Erfolg hatten
- Berichte über Würdigungen von Einreichern durch maßgebliche Personen
- Berichte von Einreichern über ihre Erlebnisse, aus denen ihre Prämie oder der Gewinn bei einer Verlosung oder einem Ideenwettbewerb bestand (siehe vorigen Blogbeitrag: Erlebnismarketing)
- Historische Entwicklung des Ideenmanagements im eigenen Unternehmen mit Interviews von „Zeitzeugen“, Vorstellung ausgewählter Vorschläge „von damals“, Bildern von früheren Plakaten usw. (besonders passend aus Anlass eines Jubiläums des Ideenmanagements oder des Unternehmens)
Selbstverständlich können diese Geschichten nicht nur über Texte und Bilder (in Mitarbeiterzeitungen, Newslettern), sondern auch per Videos (im Intranet, über Unternehmens-App) oder durch persönliche Präsentationen auf entsprechenden Veranstaltungen verbreitet werden).
Thought Leadership
Thought Leadership bezeichnet die Positionierung einer Marke oder Person als Experte in ihrer Branche, um Vertrauen und Glaubwürdigkeit aufzubauen.
Besondere Kompetenzen des Ideenmanagements, die eine Positionierung als Experte ermöglichen, können darin bestehen, …
- … über ein unternehmensweites Netzwerk zu verfügen, das als Einreicher engagierte und qualifizierte Mitarbeiter, als Gutachter und Entscheider aktive Fach- und Führungskräfte, und meist auch die Arbeitnehmervertretungen umfasst
- … über ein breites Spektrum an methodischen Kompetenzen und Tools zu verfügen, etwa zur Moderation von Workshops, zur Durchführung von Kampagnen, zur Ideen- und Lösungsfindung, zur systematischen Erfassung und Bewertung von Ideen, zur Gestaltung von Anreizen und Incentives
Dadurch kann das Ideenmanagement …
- … eine größere Anzahl von Mitarbeitern erreichen und einbinden
- … Kreativität und Engagement mobilisieren
- … größere und heterogene Mengen von Beiträgen aus unterschiedlichsten Teilnehmerkreisen flexibel managen
Trendjacking
Trendjacking nutzt aktuelle Trends oder Ereignisse, um Aufmerksamkeit für Marketingzwecke zu erlangen.
So werden im Ideenmanagement Give-aways, Gewinne oder Kampagnen-Mottos gern mit Bezug zu populären Sportereignissen oder jahreszeitlichen Ereignisse (vom Valentinstag über Karneval und Ostern bis Weihnachten) gewählt. Doch auch firmeninterne Ereignisse lassen sich dafür nutzen: z.B. Tage der offenen Tür, Betriebsfeste oder Jubiläen.
Unique Selling Proposition & Value Proposition
Der Unique Selling Proposition (USP) ist das Alleinstellungsmerkmal oder der einzigartige Vorteil, der ein Produkt oder eine Dienstleistung von der Konkurrenz abhebt. Eng damit verbunden ist die Value Proposition oder das Nutzenversprechen: Der Wert, den ein Produkt oder eine Dienstleistung für den Kunden bietet, häufig in Form einer klaren Aussage oder Slogan formuliert.
Einige Gesichtspunkte des besonderen Nutzens wurden bereits als Kompetenzen zur Positionierung des Ideenmanagements als Experte genannt (siehe oben: Thought Leadership). Ausführliche Auseinandersetzungen mit diesem Themenkomplex finden Sie in den Blogbeiträgen, auf die im Register des Blogs zum Ideenmanagement unter dem Stichwort „Nutzen des Ideenmanagements“ verlinkt wird.
Video Marketing
Video Marketing nutzt Videos für Marketingzwecke, um Inhalte anschaulich zu präsentieren und die Aufmerksamkeit der Zielgruppe zu gewinnen. Im Sinne von „Youth Marketing“ hat dieses Medium zur gezielten Ansprache und Ausrichtung von Marketingaktivitäten auf ein junges Publikum erheblich an Bedeutung gewonnen.
Beispiele für Verwendungsmöglichkeiten von Videos im Ideenmanagement sind:
- How-To-Videos, Video-Tutorials, Erklärvideos zur Software, Ideeneingabe, Bewertung, usw.
- Videobotschaften von maßgeblichen Personen (z.B. Vorstand, Geschäftsführer, Kampagnen Owner), die zur Beteiligung am Ideenmanagement generell oder zur Mitwirkung an einer konkreten Kampagne motivieren
- Videos, in denen Einreicher ihren Vorschlag mit der erzielten Verbesserung vorstellen und erklären, wie sie auf die Idee gekommen sind. Neben einer allgemeinen Veröffentlichung (z.B. im Intranet, über eine Mitarbeiter-App) können solche Videos auch zur Würdigung der Einreicher gemeinsam mit maßgeblichen Personen angeschaut werden – das kann für viele Menschen entspannter sein, als vor „Hierarchen“ zu präsentieren
- Videos, in denen Gewinner ihre Erlebnisse zeigen, die sie mit dem (z.B. bei einer Verlosung, einem Ideenwettbewerb) gewonnenen Gutschein machen konnten (siehe vorigen Blogbeitrag: Erlebnismarketing)
- Image-Videos, die auf originelle und ansprechende, ggf. auf spezielle Zielgruppen ausgerichtete Weise (z.B. im TikTok-Stil), Werbung für das Ideenmanagement machen
Zufriedenheitsanalyse
Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, wenn die Zufriedenheit der Kunden wichtig genommen wird: sie zu ermitteln und die Faktoren zu analysieren, von denen sie abhängt.
Neben einer entsprechenden Berücksichtigung in allgemeinen Mitarbeiterbefragungen kann das Ideenmanagement auch selbst Zufriedenheitsanalysen durchführen, etwa indem …
- … Einreicher mit dem Abschlussbescheid um eine kurze Bewertung gebeten werden, wie zufrieden sie beim jeweiligen konkreten Vorschlag mit dem Kanal zum Einreichen (z.B. Funktionalität der Software, Handhabung des Formulars), mit ihrer Einbeziehung während des Bearbeitungsprozesses, mit der Transparenz zum Bearbeitungsstatus und mit der Nachvollziehbarkeit des Feedbacks waren
- … Bearbeiter nach Erledigung ihrer Aufgabe um eine kurze Bewertung gebeten werden, wie zufrieden sie beim jeweiligen konkreten Vorschlag mit dessen Ausarbeitung, mit der Funktionalität des Software-Tools und mit der Unterstützung durch das Ideenmanagement waren
Wie bereits im ersten Blogbeitrag dieser Serie erwähnt, ermöglichen Heuristiken wie das Kano-Modell, bei der Auswertung zu unterscheiden, was von Kunden als Selbstverständlichkeit unbewusst vorausgesetzt wird („Basismerkmale“, deren Vorhandensein keine Zufriedenheit, wohl aber deren Fehlen Unzufriedenheit auslöst); was Unzufriedenheit beseitigt oder je nach Ausmaß der Erfüllung Zufriedenheit steigert (bewusst wahrgenommene „Leistungsmerkmale“); und was bei Vorhandensein Begeisterung auslöst, weil damit nicht unbedingt gerechnet wurde („Begeisterungsmerkmale“). Im Blogbeitrag „Motivation, Unterstützung und Entlastung von Gutachtern und Entscheidern: 24 Tipps“ finden Sie eine Anwendung dieses Modells auf die Zufriedenheit der anderen Stakeholder mit der Performance von Gutachtern und Entscheidern.
Nachbemerkung
Zu Beginn des ersten Blogbeitrags dieser Serie hatte ich betont, dass sämtliche Begriffe von einem „Kunden“, der ein „Produkt“ bzw. eine „Dienstleistung“ zu einem „Preis“ „kaufen“ soll, nur im übertragenen Sinne zu verstehen sind.
Dennoch drückt der allgemeine Sprachgebrauch oft erstaunlich gut aus, worum es auch im Ideenmanagement geht – etwa, wenn man sagt: „Dafür ist mir der Preis zu hoch“, ohne dass damit von Geld die Rede ist. Oder, wenn mit der Formulierung „Das soll ich Dir abkaufen?“ gemeint ist: „Das soll ich Dir glauben?“.
- Im ersten Beispiel geht es um den Aufwand, den man bereit ist zu leisten – und damit um einen wichtigen Erfolgsfaktor, ob sich Beteiligung (als Einreicher) und Unterstützung (als Bearbeiter) für das Ideenmanagement gewinnen lassen.
- Im zweiten Beispiel geht es um Glaubwürdigkeit und Vertrauen – und damit um das wohl wertvollste Kapital (nicht nur, aber auch) des Ideenmanagements überhaupt. Die Zuversicht, mit seinem Engagement etwas bewirken zu können, halte ich für den stärksten Motivator, den dafür erforderlichen Aufwand zu leisten.
Nutzen Sie Ihre Ergebnisse des Kennzahlenvergleichs Ideenmanagement als Werkzeug, um Ihr Ideenmanagement operativ, konzeptionell und argumentativ für gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen fit zu machen! Die Datenerfassung läuft bis Ende März 2026, das Datenblatt steht auf der Benchmark-Webseite zum Download bereit!
Lesen Sie auch die anderen Blogposts zum Thema Marketing:
- Marketing für das Ideenmanagement 1: Markt und Produkt
- Marketing für das Ideenmanagement 2: Die „P“ des Marketing-Mix
- Marketing für das Ideenmanagement 3: Begriffe, Formate und Konzepte von A-K
Ein nach Stichworten sortiertes Verzeichnis mit Links auf alle bisher erschienenen Beiträge im Blog zum Ideenmanagement finden Sie in diesem Register.
Alle Erwähnungen von Produkten und Unternehmen sind redaktioneller Natur und wurden nicht bezahlt.

Dr. Hartmut Neckel
Dr. Hartmut Neckel ist einer der profiliertesten Vordenker und erfahrensten Praktiker im Themenbereich Ideenmanagement, Innovation und kontinuierliche Verbesserungsprozesse.