Auf welchen Wegen bringt das Ideenmanagement seine Botschaften an die Frau und den Mann? Der Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2025 gibt nicht nur Aufschluss darüber, welche Kanäle und Medien wie häufig genutzt werden, sondern auch über mögliche Zusammenhänge mit einer positiven Wirkung auf Vorschlagsaktivitäten. Das lässt sich zur gezielten Optimierung des „Multi-Channel Marketings“ für das Ideenmanagement nutzen.
Unterschiede zwischen Produktions- und Nicht-Produktionsunternehmen
Die Nutzung von Marketinginstrumenten und -maßnahmen war eines der Themen im ergänzenden Benchmarking des Kennzahlenvergleichs 2025. Neben anderen Marketingelementen ging es dabei auch um die jeweils genutzten Kanäle und Medien – von A wie App bis Z wie Zeitung. Von den insgesamt 273 Teilnehmern am Kennzahlenvergleich haben 219 hierzu Angaben gemacht. Die Abbildung zeigt, von wie vielen Unternehmen die einzelnen Wege jeweils genutzt werden. /Teilnehmer am Kennzahlenvergleich finden die komplette Auswertung aller 26 untersuchten Marketingelemente auf den Seiten 30-44 ihres individuellen Ergebnisberichts./

Abb.: Prozentuale Nutzungshäufigkeit von Kanälen und Medien für das Marketing des Ideenmanagements
Bei den meisten Wegen ist die prozentuale Nutzungshäufigkeit in Nicht-Produktionsunternehmen größer als in Produktionsunternehmen:
- Während dies bei „digitalen“ Medien (wie Intranet, Sharepoint, interne Social Media, Teams Kanäle, Newsletter) aufgrund des höheren Anteils von PC-Arbeitsplätzen in Nicht-Produktionsunternehmen leicht verständlich ist, ist es bemerkenswert, dass auch „analoge“ Medien und Formate (wie Poster, Plakate, Aushänge, persönliche Ansprache durch das Ideenmanagement, Präsenzveranstaltungen) von einem größeren Anteil der Nicht-Produktions- als der Produktionsunternehmen genutzt werden.
- Dagegen werden Mitarbeiter-Apps und Info-Screens von einem deutlich höheren Anteil der Produktions- als der Nicht-Produktionsunternehmen genutzt. Auch das ist insofern verständlich, da hierüber auch Mitarbeiter erreichbar sind, die keinen PC-Arbeitsplatz haben, während der Mehrwert in Nicht-Produktionsunternehmen gering ist.
- Flyer, Flugblätter, Broschüren und Mitarbeiterzeitungen finden sich in etwa gleichgroßen oder nur geringfügig unterschiedlichen Anteilen der Produktions- und Nicht-Produktionsunternehmen.
Zusammenhangsstärken als Orientierungshilfe für Multi-Channel Marketing
Mehr noch als die Nutzungshäufigkeiten dürfte von Interesse sein, bei welchen Kanälen und Medien die größten Zusammenhänge mit den Ergebnissen des Ideenmanagements bestehen:
- Dass sich in den Kennzahlen keine signifikanten Unterschiede zwischen den Unternehmen zeigen, die Intranet, Sharepoint, interne Social Media nutzen bzw. diese nicht nutzen, hatte ich bereits im Blogbeitrag zu den Ergebnissen des Kennzahlenvergleichs Ideenmanagement 2025 erwähnt.
- Auch Mitarbeiter-Apps, Flyer, Flugblätter, Broschüren, Mitarbeiterzeitungen und Teams-Kanäle weisen keine nennenswerten Zusammenhänge mit Kennzahlen auf.
- Dagegen weisen Poster, Plakate, Aushänge, Newsletter und Info-Screens relativ starke Zusammenhänge mit Beteiligungs-, Vorschlags-, Umsetzungs- und Einsparungsquoten auf; Info-Screens außerdem mit hohen Einsparungsquoten.
- Ebenso zeigen die persönliche Ansprache durch das Ideenmanagement und Präsenzveranstaltungen signifikant positive Zusammenhänge mit hohen Beteiligungs-, Vorschlags-, Umsetzungs- und Einsparungsquoten.
Geringe Zusammenhangsstärken sind kein Argument, die entsprechenden Kanäle und Medien nicht zu nutzen. Vielmehr sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass das Ideenmanagement in den üblichen Medien und Kommunikationsforen eines Unternehmens präsent ist, zu denen fast überall eben auch die in den ersten zwei Aufzählungspunkten genannten gehören. Überwiegend dürfte es sich hierbei im Sinne des Kano-Modells um „Basis-Merkmale“ oder im Sinne der Motivationstheorie von Herzberg um „Hygienefaktoren“ handeln: Vorhandensein löst noch keine Zufriedenheit aus; fehlen sie, wird es dagegen als Mangel wahrgenommen.
Bitte beachten Sie auch, dass eine größere Zusammenhangsstärke kein Garant dafür ist, dass sich Kennzahlen verbessern, wenn man beispielsweise Info-Screens aufhängt. Es handelt sich um statistische Zusammenhänge, die keine Aussagen über die Wirkung im konkreten Einzelfall zulassen (mehr zum Konzept der „Zusammenhangsstärken“ finden Sie im Blogbeitrag „Womit Erfolg im Ideenmanagement zusammenhängt“).
Gleichwohl lassen sich die Zusammenhangsstärken als Orientierungshilfen für eine sinnvolle Kombination mehrerer Kanäle zu einem gelungenen Multi-Channel Marketing nutzen (siehe entsprechenden Abschnitt im Blogbeitrag „Marketing für das Ideenmanagement 4: Begriffe, Formate und Konzepte von L-Z“). Tatsächlich nutzen zwei Drittel der Unternehmen drei oder mehr Kanäle und Medien, ein knappes Drittel sogar mindestens fünf.
Die potenziell wohl hilfreichsten „Kanäle“ und „Medien“ kamen in der Abfrage übrigens nur indirekt vor: Führungskräfte und Regelkommunikation. Denn ob diese im Sinne des Marketings für das Ideenmanagement nutzbar gemacht werden können, ist weniger eine Frage des Marketings als der Unternehmens- und Führungskultur und der allgemeinen Wertschätzung für das Ideenmanagement durch Management und Führung. Die qualitativen Einschätzungen zu diesen beiden Faktoren waren ebenfalls Gegenstand im ergänzenden Benchmarking 2025 – und beide weisen deutlich größere Zusammenhangsstärken mit „guten“ Kennzahlen auf als das Ausmaß und die Intensität der Marketingaktivitäten (dazu mehr in einem nachfolgenden Blogbeitrag). /Teilnehmer am Kennzahlenvergleich finden die komplette Liste der Zusammenhangsstärken aller seit 2021 untersuchten Merkmale auf den Seiten 56-60 ihres individuellen Ergebnisberichts./
Nutzen Sie die Erkenntnisse aus dem Kennzahlenvergleich Ideenmanagement, um Ihre Marketingaktivitäten zielgerichtet auszugestalten und Ressourcen dort einzusetzen, wo die Chancen auf Wirksamkeit am größten sind!
Lesen Sie mehr zum Marketing für das Ideenmanagement in folgenden Blogbeiträgen:
- Marketing für das Ideenmanagement 1: Markt und Produkt
- Marketing für das Ideenmanagement 2: Die „P“ des Marketing-Mix
- Marketing für das Ideenmanagement 3: Begriffe, Formate und Konzepte von A-K
- Marketing für das Ideenmanagement 4: Begriffe, Formate und Konzepte von L-Z
- Nomen est Omen und kleine Geschenke erhalten die Freundschaft
Ein nach Stichworten sortiertes Verzeichnis mit Links auf alle bisher erschienenen Beiträge im Blog zum Ideenmanagement finden Sie in diesem Register.
Alle Erwähnungen von Produkten und Unternehmen sind redaktioneller Natur und wurden nicht bezahlt.

Dr. Hartmut Neckel
Dr. Hartmut Neckel ist einer der profiliertesten Vordenker und erfahrensten Praktiker im Themenbereich Ideenmanagement, Innovation und kontinuierliche Verbesserungsprozesse.