Mit 273 Teilnehmern verfügt der Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2025 über eine solide Datenbasis für aussagekräftige Beschreibungen der aktuellen Entwicklungen im Ideenmanagement. Damit bietet er zugleich die erste umfassende Benchmark-Studie zur Nutzung von KI im Ideenmanagement. Für die meisten Unternehmen sicher ebenso interessant: Eine Fülle von Anregungen für das interne Marketing des Ideenmanagements sowie spannende Ergebnisse, wie wichtig die Attraktivität und Funktionalität der Software für den Erfolg eines Ideenmanagements sind.
Die aktuellen Zahlenwerte: Kaum verändert gegenüber den Vorjahren
Auf den ersten Blick sind die Veränderungen im Jahr 2025 gegenüber den Jahren seit 2021 gering. Vor dem Hintergrund, dass sowieso „Äpfel mit Birnen verglichen“ werden, kann man durchaus von Stabilität sprechen. Tabelle 1 zeigt die aktuellen Medianwerte im Vergleich mit dem Durchschnitt der Medianwerte der letzten 5 Jahre:

Tabelle 1: Medianwerte 2025 im Vergleich mit den Durchschnitten der Medianwerte2021-2025
Während von 2023 auf 2024 fast doppelt so viele Teilnehmer bei den Beteiligungs-, Vorschlags- und Umsetzungsquoten einen Rückgang erlebt hatten wie einen Anstieg, ist die Balance der Entwicklungen von 2024 auf 2025 wesentlich ausgeglichener (Tabelle 2).

Tabelle 2: Anteil der Unternehmen mit einer positiven bzw. negativen Veränderung von 2024 zu 2023 bzw. von 2025 zu 2024
- Für jeweils knapp ein Drittel der Unternehmen liegen die Änderungen der Beteiligungs- und Vorschlagsquote im Bereich +/-10%. Jeweils fast ein Zehntel verzeichnet Steigerungen über +50%, während Rückgänge der Beteiligungsquote um mehr als -50% in knapp 4% und der Vorschlagsquote in knapp 6% der Unternehmen zu finden sind.
- Der Umsetzungsanteil hat sich in 44% der Unternehmen um weniger als +/-10% geändert, knapp 9% verzeichnen Anstiege über +50%, gut 3% Rückgänge um mehr als -50%.
- Bei der Einsparungsquote zeigt sich wieder ein völlig anderes Bild: Hier liegen die Änderungen nur bei knapp 15% der Unternehmen im Bereich +/-10%. In über einem Drittel erfolgten Steigerungen über +50%, umgekehrt Rückgänge um mehr als -50% in einem Fünftel der Unternehmen.
- Mehr zu den je nach Kennzahl unterschiedlichen Strukturen der Anstiege und Rückgänge finden Sie im Blogbeitrag „Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2024 – Ergebnisse 1“.

Abb. 1: Anteil der Unternehmen, die gegenüber dem Vorjahr eine prozentuale Änderung der Vorschlagsquote im jeweiligen Größenbereich verzeichnet haben (die Stärke der Umrandung symbolisiert das Ausmaß der Änderung)

Abb. 2: Anteil der Unternehmen, die gegenüber dem Vorjahr eine prozentuale Änderung des Umsetzungsanteils im jeweiligen Größenbereich verzeichnet haben (die Stärke der Umrandung symbolisiert das Ausmaß der Änderung)

Abb. 3: Anteil der Unternehmen, die gegenüber dem Vorjahr eine prozentuale Änderung der Einsparungsquote im jeweiligen Größenbereich verzeichnet haben (die Stärke der Umrandung symbolisiert das Ausmaß der Änderung)
Nicht zuletzt zeigt sich Stabilität auch in der erfreulich hohen Anzahl von 273 teilnehmenden Unternehmen, womit die bereits seit 2022 über 250 Unternehmen liegende Datenbasis weiter ausgebaut wurde.
Auf den zweiten Blick ergibt sich ein etwas differenzierteres Bild:
- So deuten sich in beiden Tabellen allmähliche Rückgänge zumindest der Beteiligungs-, Vorschlags- und Umsetzungsquoten sowie des Umsetzungsanteils an. Während die Beteiligungs- und Vorschlagsquoten im Durchschnitt weniger als 2% pro Jahr abnahmen, betragen die durchschnittlichen jährlichen Rückgänge des Umsetzungsanteils knapp 3%, der Umsetzungsquote sogar über 7%.
- Die Einsparungsquote zeigt keine nennenswerten Änderungen. In Kombination mit der Abnahme der Umsetzungsquote führt dies dazu, dass die Medianwerte der Einsparung pro umgesetzten Vorschlag im Durchschnitt um über 3% pro Jahr gestiegen sind.
- Insgesamt lässt sich diese Entwicklung so interpretieren, dass in vielen Unternehmen der Fokus stärker auf „gute“ und im Idealfall einsparwirksame Vorschläge gelegt wird.
Ein interessantes Detail zeigt sich zudem im Vergleich zwischen Produktions- und Nicht-Produktionsunternehmen:
- Denn im Gegensatz zu den Medianwerten der Produktionsunternehmen sind die Medianwerte der Nicht-Produktionsunternehmen bei den Beteiligungs-, Vorschlags-, Umsetzungs- und Einsparungsquoten sowie beim Umsetzungsanteil von 2024 auf 2025 deutlich gestiegen – mit Ausnahme des Umsetzungsanteils sogar so stark, dass die Rückgänge in den Vorjahren seit 2021 erheblich überkompensiert wurden.
- Der Kennzahlenvergleich 2026 wird zeigen, ob es sich hierbei um einen Zufall oder um einen länger anhaltenden Trend handelt. Zumindest ist das Risiko zufallsbedingter Ergebnisse aufgrund der mit 50 teilnehmenden Nicht-Produktionsunternehmen geringeren Datenbasis deutlich größer als bei Produktionsunternehmen mit einer Datenbasis von 223 Teilnehmern – wenn Sie nur fünfmal würfeln, ist die Wahrscheinlichkeit eines extremen Mittelwerts (z.B. 6 bei fünf Mal die 6 oder 1 bei fünf Mal die 1) viel größer, als wenn Sie über zwanzig Mal würfeln …
- Da Nicht-Produktionsunternehmen weniger als ein Fünftel aller Teilnehmer ausmachen, sind die oben genannten Prozentwerte vor allem durch die Entwicklungen der Produktionsunternehmen geprägt.
Die Tabellen mit den Median- und arithmetischen Durchschnittswerten der einzelnen Jahre 2018 – 2025 für alle erhobenen Kennzahlen sowie deren Definitionen finden Sie hier. /Teilnehmer am Kennzahlenvergleich finden zudem eine tabellarische Zusammenstellung der Zahlen aller Jahre, deren Visualisierung in Balkendiagrammen und weiterführende Erläuterungen auf den Seiten 18-20 ihres individuellen Ergebnisberichts./
Eine bis in das Jahr 1985 zurückreichende Darstellung der Zeitverläufe für Beteiligungs-, Vorschlags- und Einsparungsquoten finden Sie im Blogbeitrag „Vom Auf und Ab im Ideenmanagement“.
Die teilnehmenden Unternehmen: Breites Spektrum an Branchen und Größen
Neben der Anzahl teilnehmender Unternehmen ist auch deren Zusammensetzung nach Branchen und Größen relevant. Die Teilnehmer des „Kennzahlenvergleichs Ideenmanagement 2025“ verteilen sich auf über 25 verschiedene Branchen (siehe Abbildung 4). /Teilnehmer am Kennzahlenvergleich finden die branchenbezogenen Analysen auf den Seiten 77-78 ihres individuellen Ergebnisberichts./
- Produktionsunternehmen machen etwa vier Fünftel der Teilnehmer aus. Die Schlüsselbranchen „Automobilindustrie und Zulieferer“, „Chemieindustrie, Biotechnologie“, „Maschinen- und Anlagenbau“ sowie „Metallver- und -bearbeitung, Stahl, Gießereien“ sind besonders stark vertreten und wurden zusätzlich separat ausgewertet.
- Außer Industriebetrieben nehmen auch Unternehmen aus den Bereichen Handel, Banken, Versicherungen und andere Dienstleistungen, Verkehrs- und Versorgungsbetriebe sowie Einrichtungen des Öffentlichen Dienstes in einem nennenswerten Umfang teil.

Abb. 4: Branchen der teilnehmenden Unternehmen am „Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2025“
Wie in den Jahren zuvor haben sich am „Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2025“ Unternehmen der unterschiedlichsten Größen (von unter 50 bis über 250.000 Mitarbeiter beteiligt (siehe Abbildung 5). Dabei stellen Unternehmen unter 1.000 Mitarbeiter über 40% der Teilnehmer.

Abb. 5: Größenverteilung der teilnehmenden Unternehmen am „Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2025“
Erfolgsfaktoren und Zusammenhänge: Wertvolle Orientierung und Impulse für die Praxis
Das ergänzende Benchmarking im Kennzahlenvergleich 2025 ermöglichte wieder Auswertungen zu besonders spannenden Themenfeldern /Teilnehmer am Kennzahlenvergleich finden die kompletten Ergebnisse auf den Seiten 21-50 ihres individuellen Ergebnisberichts/:
Qualitative Einschätzungen zum Ideenmanagement: Wie werden Rahmenbedingungen und „weiche“ Einflussfaktoren bewertet? Welche qualitativen Faktoren spiegeln sich am stärksten in den quantitativen Ergebnissen der Kennzahlen wider?
- Es dürfte kaum überraschen, dass sich eine wertschätzende Unternehmenskultur als einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren (nach der Bekanntheit des Ideenmanagements) erweist. In einer qualitativen Selbsteinschätzung bewerteten knapp ein Viertel der Teilnehmer ihre Unternehmenskultur positiv, etwas mehr als ein Viertel negativ und die Hälfte indifferent. Unternehmen mit positiver Einschätzung weisen bei allen Kennzahlen häufiger hohe Werte auf als Unternehmen mit einer weniger guten Bewertung.
- Auch eine höhere Intensität des internen Marketings für das Ideenmanagement geht signifikant häufiger mit guten Ergebnissen einher, während die Funktionalität und Attraktivität der genutzten Software kaum Zusammenhänge mit Kennzahlen zeigen.
Genutzte Marketingelemente: Mit welchen Marketinginstrumenten und -maßnahmen wird das Ideenmanagement intern „vermarktet“? Welche zeigen die stärksten Zusammenhänge mit hohen Werten von Kennzahlen?
- Intranet, Sharepoint, interne Social Media werden von den weitaus meisten Unternehmen (74% der Produktions- und 89% der Nicht-Produktionsunternehmen) für das Marketing des Ideenmanagements genutzt. In den Kennzahlen zeigen sich allerdings keine signifikanten Unterschiede zu den Unternehmen, die dies nicht nutzen. Auch die Verwendung eines eigenen Logos, Namens oder Corporate Designs für das Ideenmanagement sind weit verbreitet (in rund zwei Dritteln der Unternehmen), wobei lediglich die Verwendung eines Namens häufiger mit höheren Kennzahlen einhergeht.
- Dagegen haben Unternehmen, in denen Promotion durch das Top-Management, Info-Screens oder Verlosungen genutzt werden, signifikant häufiger höhere Werte der zentralen Kennzahlen als die anderen Unternehmen. In Übereinstimmung mit den Ergebnissen der qualitativen Einschätzungen geht auch eine insgesamt größere Anzahl genutzter Marketingelemente tendenziell mit höheren Werten der Kennzahlen einher.
Nutzung von KI im Ideenmanagement: Wofür wird KI bereits eingesetzt? Welche Entwicklungen sind in nächster Zukunft zu erwarten? Welche Anwendungen würden gewünscht?
- Etwas über ein Viertel der Unternehmen, die Angaben zum Thema KI gemacht haben, nutzt bereits KI für eine oder mehrere Anwendungen im Ideenmanagement, ein Fünftel plant einen ersten Einsatz in nächster Zukunft. Etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen nutzt KI noch nicht, hält dies aber für wünschenswert.
- Am häufigsten wird KI im Ideenmanagement bislang für textliche Formulierungen verwendet. Das ist nicht verwunderlich, denn hierfür kann die Sprachkompetenz der generativen KI-Modelle direkt eingesetzt werden, ohne vorher aufwändige firmenspezifische Anpassungen vornehmen zu müssen. So hilft KI bereits Einreichern bei der Beschreibung ihrer Ideen, Entscheidern beim Verfassen von Feedback an Einreicher und dem Ideenmanagement selbst bei der Erstellung von Reporting-, Marketing-, Informations- oder Schulungsmaterial.
- Pläne für eine erstmalige oder über bisherige Funktionen hinausgehende Nutzung von KI finden sich in einem deutlich größeren Anteil der Nicht-Produktions- als der Produktionsunternehmen. KI soll Einreicher unterstützen, ihre Ideen auf Realisierungswahrscheinlichkeit und Vollständigkeit zu überprüfen und anschließend per Diktierfunktionen einzugeben. KI generierte Verständnishilfen und Entscheidungsvorlagen sollen die Begutachtung und Entscheidung von Ideen erleichtern, KI basierte Dublettenfilter das Ideenmanagement selbst entlasten.
- Auf den Wunschlisten stehen bei denen, die sie noch nicht realisiert haben, alle bereits genannten Anwendungen ebenfalls ganz oben. Hinzukommen als vorrangige Wünsche für das Ideenmanagement noch die Nachverfolgung der Ideenbearbeitung und die Zuweisung an zuständige Bearbeiter, Gutachter, Entscheider, Prozessverantwortliche.
Zusammenhangsstärken: Das seit 2021 durchgeführte ergänzende Benchmarking ermöglicht, auch Zusammenhänge zwischen Kennzahlen und den jeweils abgefragten zusätzlichen Merkmalen (z.B. Maßnahmen, Praktiken, Rahmenbedingungen) zu erkennen und ihre Stärken in definierten Zahlenwerten mess- und damit vergleichbar zu machen: den „Zusammenhangsstärken“. Damit kann abgeschätzt werden, welche Optionen die größten Chancen auf eine positive Beeinflussung von Kennzahlen bieten. Das wiederum hilft, den Einsatz von Ressourcen gezielter zu steuern.
Die auf dieser Basis erstellte Liste der „Zusammenhangsstärken“ zeigt bereits für über 90 verschiedene Merkmale (von A wie „Annahmeprämie“ bis Z wie „Zurückspielmöglichkeit des Bearbeiters an den Einreicher“) auf, wie groß die Chancen sind, dass sie sich erfolgsfördernd für das Ideenmanagement nutzen lassen. Mit jedem Jahr werden weitere hinzukommen.
Mehr zum Konzept und zur Nutzung der Zusammenhangsstärken finden Sie im Blogbeitrag „Womit Erfolg im Ideenmanagement zusammenhängt“. /Teilnehmer am Kennzahlenvergleich finden die komplette Liste der Zusammenhangsstärken aller seit 2021 untersuchten Merkmalen auf den Seiten 56-60 ihres individuellen Ergebnisberichts./
Korrelationen: Nichts Neues, trotzdem richtig und wichtig
Die in allen Kennzahlenvergleichen seit 2018 festgestellten Wechselbeziehungen zwischen verschiedenen Kennzahlen haben sich erneut bestätigt.
Ausführliche Beschreibungen der Korrelationen, deren Interpretation und sich daraus ergebende Schlussfolgerungen finden Sie im Blogbeitrag „Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2021 – Teil 2: Zahlen und ihre Korrelationen“. /Teilnehmer am Kennzahlenvergleich finden ausführliche Erläuterungen der Korrelationen zwischen den jährlich erhobenen Kennzahlen auf den Seiten 51-55 sowie 64-74 ihres individuellen Ergebnisberichts./
Lesen Sie mehr zu den Ergebnissen des Kennzahlenvergleichs 2025 in nachfolgenden Blogbeiträgen.
Merken Sie sich bereits jetzt Ihre Teilnahme am „Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2026“ vor! Das Datenblatt steht ab November 2026 auf der Benchmark-Webseite zum Download bereit, die Datenerfassung läuft im ersten Quartal 2027.
Weitere Informationen zu Ergebnissen des Kennzahlenvergleichs 2025 finden Sie in der aktuellen Pressemitteilung.
Eine kurze „Gebrauchsanleitung“ für die Nutzung der Ergebnisse finden Sie im ersten Abschnitt des Blogbeitrags „Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2024 – Ergebnisse 1“.
Erläuterungen zu Begriffen aus der Welt der Statistik (z.B. „Korrelation“ bzw. „Korrelationskoeffizient“, „Medianwert“, „Boxplotdiagramm“) finden Sie im Blogbeitrag „Kennzahlen und Statistik für Zahlen- und Statistikhasser“.
Ein nach Stichworten sortiertes Verzeichnis mit Links auf alle bisher erschienenen Beiträge im Blog zum Ideenmanagement finden Sie in diesem Register.
Alle Erwähnungen von Produkten und Unternehmen sind redaktioneller Natur und wurden nicht bezahlt.

Dr. Hartmut Neckel
Dr. Hartmut Neckel ist einer der profiliertesten Vordenker und erfahrensten Praktiker im Themenbereich Ideenmanagement, Innovation und kontinuierliche Verbesserungsprozesse.