Nachdem die Gesellschaft für deutsche Sprache e. V. Anfang Juni die beliebtesten Vornamen 2025 veröffentlicht hat, folgt hier eine Liste der Namen, die Unternehmen ihrem Ideenmanagement gegeben haben. Inwieweit die Vergabe eines eigenen Namens mit Erfolg im Ideenmanagement zusammenhängt, lässt sich anhand der Ergebnisse des Kennzahlenvergleichs Ideenmanagement 2025 beantworten. In gleicher Weise lässt sich die Bedeutung anderer Marketingelemente des Ideenmanagements bewerten, etwa von Give-aways, die in Aktionsphasen an alle Mitarbeiter oder grundsätzlich an alle Einreicher verteilt werden.
Die Namen des Ideenmanagements
„Er gehört zu mir, wie mein Name an der Tür“ heißt es in einem von Marianne Rosenberg seit Mitte der siebziger Jahre gesungenen Schlager. In einem sehr viel älteren Volkslied wird der Liebste mit „segg wo du heeßt“ aufgefordert, beim nächtlichen Besuch seinen Namen zu sagen. Doch welcher Name steht an der Tür des Ideenmanagements? Welchen soll es nennen, um Eingang zu finden in Alltagspraxis und Managementsystem?
Dem Ursprung der Bezeichnung „Ideenmanagement“ für das, was zuvor durchweg „Vorschlagswesen“ hieß, war ich im Blogbeitrag „50 Jahre „Ideenmanagement“ nachgegangen. Ein eigener, unternehmensspezifischer Name für das Ideenmanagement war dann eines von insgesamt 26 Marketingelementen, nach deren Nutzung im „Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2025“ gefragt worden war.
Die Ergebnisse zeigen nun, dass der Name nicht nur in Liedern, sondern auch im Ideenmanagement eine Rolle spielt: Knapp zwei Drittel der Unternehmen, die im ergänzenden Benchmarking Angaben zum Marketing gemacht haben, haben ihrem Ideenmanagement einen eigenen Namen gegeben. Damit steht er im Häufigkeitsranking gemeinsam mit einem Logo an zweiter Stelle. Bei immerhin noch über der Hälfte der Unternehmen sind Name und Logo Bestandteile eines eigenen Corporate Designs für das Ideenmanagement. /Teilnehmer am Kennzahlenvergleich 2025 finden die vollständigen Häufigkeitsverteilungen aller Marketingelemente in den Abbildungen 81 und 82 ihrer individuellen Ergebnisberichte/
Auffallend ist, dass die meisten Marketingelemente von einem größeren Teil der Nicht-Produktionsunternehmen als der Produktionsunternehmen genutzt werden. Da die Unterschiede bei einzelnen Marketingelementen sogar erheblich sind, werden für die folgenden Auswertungen nur Produktionsunternehmen betrachtet, um Einflüsse der verschiedenen Unternehmensarten auszuschließen. /Teilnehmer am Kennzahlenvergleich 2025 finden den Vergleich zwischen Produktions- und Nicht-Produktionsunternehmen auf den Seiten 76-77 ihrer individuellen Ergebnisberichte/
Interessanter als die Häufigkeit eines Namens dürfte sein, ob sich Zusammenhänge mit den Kennzahlen zeigen. Tatsächlich ist das (nur) in einem relativ geringen Umfang der Fall. Abbildung 1 zeigt die Unterschiede der Vorschlags- und Einsparungsquoten sowie der Umsetzungs- und Abarbeitungsanteile zwischen den Gruppen ohne und mit Namen. Die „Zusammenhangsstärken“ liegen bei allen Kennzahlen unter 15 (einzige Ausnahme: Einsparungsquote mit 18). Mehr zum Konzept der „Zusammenhangsstärken“ finden Sie im Blogbeitrag „Womit Erfolg im Ideenmanagement zusammenhängt“. /Teilnehmer am Kennzahlenvergleich 2025 finden die vollständige Liste der „Zusammenhangsstärken“ mit allen seit 2021 untersuchten Faktoren auf den Seiten 56-60 ihrer individuellen Ergebnisberichte/

Abb. 1: Vergleiche der Bloxplotdiagramme der Vorschlags- und Einsparungsquoten sowie der Umsetzungs- und Abarbeitungsanteile zwischen den Gruppen von Produktionsunternehmen „ohne“ und „mit“ Name
Bitte beachten Sie, dass ein Zusammenhang noch nichts über eine Ursache-Wirkungs-Beziehung aussagt. Ob also eine größere Häufigkeit höherer Einsparungen in der Gruppe „mit“ Name durch den Namen bewirkt wird, oder nicht vielmehr höhere Einsparungen die Bereitschaft und das Engagement zur Vergabe eines Namens fördern, lässt sich anhand des statistischen Befunds nicht entscheiden. Denkbar ist auch, dass beides unabhängig voneinander durch dritte Faktoren bedingt ist; ebenso, dass alle genannten Effekte gemeinsam auftreten … Die gleiche Warnung gilt sinngemäß auch für alle nachfolgenden Aussagen!
Abbildung 2 zeigt die Liste der Namen, die von Teilnehmern am Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2025 in einer kleinen Zusatzabfrage genannt wurden:

Abb. 2: Liste der von Teilnehmern am Kennzahlenvergleich 2025 genannten Namen für ihr Ideenmanagement
Klappern gehört zum Geschäft
Nun wäre es ja sehr verwunderlich, wenn allein die Vergabe eines Namens für das Ideenmanagement einen nennenswerten Unterschied in den Kennzahlen bewirken würde. Das Zusammenwirken einer größeren Anzahl von Marketingelementen könnte dagegen relevanter sein.
Überraschenderweise hat die Hälfte der Teilnehmer, die im Kennzahlenvergleichs 2025 am ergänzenden Benchmarking zu qualitativen Einschätzungen teilgenommen haben, das Ausmaß und die Intensität ihrer Marketingaktivitäten als „gering“ eingestuft. Im Schnitt nutzen diese Unternehmen nur 5,6 verschiedene Marketingelemente, während Unternehmen, die das Ausmaß und die Intensität ihrer Marketingaktivitäten als „mittel“ oder „hoch“ eingestuft haben, im Durchschnitt 9,3 bzw. 9,6 Marketingelemente nutzen. /Teilnehmer am Kennzahlenvergleich 2025 finden die Auswertungen aller qualitativen Einschätzungen auf den Seiten 22-29 ihrer individuellen Ergebnisberichte/
Beim Vergleich von vier in etwa gleich großen Gruppen zeigen sich signifikante Unterschiede in den Vorschlags- und Einsparungsquoten jedoch erst, wenn mehr als zehn Marketingelemente genutzt werden (siehe Abbildung 3).

Abb. 3: Vergleiche der Bloxplotdiagramme der Vorschlags- und Einsparungsquoten sowie der Umsetzungs- und Abarbeitungsanteile zwischen Gruppen von Produktionsunternehmen mit einer unterschiedlichen Anzahl genutzter Marketingelemente
Die „Zusammenhangsstärken“ der Anzahl genutzter Marketingelemente mit den Umsetzungs- und Einsparungsquoten liegen bei 20, mit der Beteiligungsquote knapp darunter, mit der Vorschlagsquote knapp darüber. Das Ausmaß und die Intensität der Marketingaktivitäten spielen also durchaus eine Rolle, sollten aber nicht überschätzt werden. Nach meinen Erfahrungen, die sich mit den Evidenzen aller bisherigen Kennzahlenvergleiche decken, sind systemische und strategische Faktoren sowie die Förderung durch das Top-Management und die Führungskräfte wesentlich wichtiger. Fehlt es daran, kann auch das beste und intensivste Marketing nur wenig ausrichten.
Interessant dürfte immerhin sein, dass es desungeachtet einzelne Marketingelemente gibt, die mit verschiedenen Kennzahlen „Zusammenhangsstärken“ von deutlich größer als 20, vereinzelt auch über 30 aufweisen. Ein Beispiel hierfür sind Give-aways, die in Aktionsphasen an alle Mitarbeiter verteilt werden.
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft
16% der Produktions- und 23% der Nicht-Produktionsunternehmen verteilen in Aktionsphasen Give-aways an alle Mitarbeiter. Bei Give-aways (nur) für Einreicher ist das Verhältnis umgekehrt: sie werden von 14% der Produktions- und 9,1% der Nicht-Produktionsunternehmen vergeben. Wie bereits erwähnt, werden für die hier vorgestellten Analysen der Zusammenhänge nur die Produktionsunternehmen betrachtet (auf weitere Erfordernisse für eine sorgfältige Interpretation der „Zusammenhangsstärken“ war ich im Blogbeitrag „Womit Erfolg im Ideenmanagement zusammenhängt“ anhand einiger Beispiele eingegangen).
- Give-aways für alle Mitarbeiter (in Aktionsphasen) weisen nennenswerte positive „Zusammenhangsstärken“ mit den Beteiligungs-, Vorschlags- und Umsetzungsquoten auf. Die „Zusammenhangsstärke“ mit der Einsparungsquote ist allerdings praktisch null. Möglicherweise kann mit in Aktionsphasen an alle Mitarbeiter verteilten Give-aways (z.B. aufgrund dadurch erhöhter Aufmerksamkeit) ein „Mehr“ an Vorschlägen mobilisiert werden, die zwar im üblichen Umfang umsetzungswürdig sind (auch die „Zusammenhangsstärke“ mit dem Umsetzungsanteil ist nahe null), aber kaum zusätzliche Einsparungen generieren.
- Give-aways (nur) für Einreicher weisen negative „Zusammenhangsstärken“ mit den Beteiligungs-, Vorschlags- und Umsetzungsquoten auf. Die „Zusammenhangsstärke“ mit der Einsparungsquote liegt knapp über null. Möglicherweise werden Give-aways an Einreicher vor allem von Unternehmen vergeben, die damit ihre geringen Beteiligungs-, Vorschlags- und Umsetzungsquoten erhöhen wollen. Auffallend ist, dass die „Zusammenhangsstärke“ mit dem Umsetzungsanteil relativ weit im negativen Bereich liegt (-18). Möglicherweise werden überproportional viele nicht umsetzungswürdige Ideen „hervorgelockt“ und / oder diese Give-aways werden auch als „Trostpreis“ oder „Kompensation“ angesichts einer generell geringen Umsetzungschance eingesetzt …
So oder so scheinen Give-aways kein besonders wirkungsvolles Mittel zu sein, wenn man die Einsparungsquote erhöhen möchte (jedenfalls statistisch gesehen).
In einer kleinen Zusatzabfrage wurden die Teilnehmer am Kennzahlenvergleich 2025 gebeten, konkrete Give-aways und / oder Gewinne bei Verlosungen und Ideenwettbewerben zu nennen, die in ihren Unternehmen besonders gut ankamen. Die vollständige Liste umfasst 120 Tipps, hier der alphabetische Anfang:
- Adventskalender mit Schokolade
- All-in-one Ladekabel in der Box
- Apple Geräte
- …
/Teilnehmer am Kennzahlenvergleich 2025 finden die vollständigen Listen auf den Seiten 41-44 ihrer individuellen Ergebnisberichte/
Nutzen Sie die Erkenntnisse aus dem Kennzahlenvergleich Ideenmanagement, um Ihre Marketingaktivitäten zielgerichtet auszugestalten und Ressourcen dort einzusetzen, wo die Chancen auf Wirksamkeit am größten sind!
Lesen Sie mehr zum Marketing für das Ideenmanagement in folgenden Blogbeiträgen:
- Marketing für das Ideenmanagement 1: Markt und Produkt
- Marketing für das Ideenmanagement 2: Die „P“ des Marketing-Mix
- Marketing für das Ideenmanagement 3: Begriffe, Formate und Konzepte von A-K
- Marketing für das Ideenmanagement 4: Begriffe, Formate und Konzepte von L-Z
Ein nach Stichworten sortiertes Verzeichnis mit Links auf alle bisher erschienenen Beiträge im Blog zum Ideenmanagement finden Sie in diesem Register.
Alle Erwähnungen von Produkten und Unternehmen sind redaktioneller Natur und wurden nicht bezahlt.
Bildnachweis im Kopfbild: „Babyschuhe“ von freepik, magnific.com

Dr. Hartmut Neckel
Dr. Hartmut Neckel ist einer der profiliertesten Vordenker und erfahrensten Praktiker im Themenbereich Ideenmanagement, Innovation und kontinuierliche Verbesserungsprozesse.